Lufttaxis sollen 2020 in Oberösterreich abheben

Möglich macht das eine Kooperation des städtischen Versorgungsunternehmens Linz AG mit dem Innviertler Flugzeugzulieferer FACC und dem chinesischen Software- und Flugsteuerungsspezialisten EHang. Alle drei Vertragspartner unterzeichneten gestern, Dienstag, eine Absichtserklärung für ein Entwicklungs- und Forschungsprojekt.

„Das ist ein Leuchtturmprojekt für Oberösterreich und Österreich“, sagte FACC-Chef Robert Machtlinger bei einem Pressegespräch. Die Innviertler arbeiten seit November 2018 mit EHang zusammen. Das gemeinsam entwickelte Lufttaxi EHang 216 (siehe Grafik) bringt Passagiere und Waren von A nach B. 7000 Flugstunden wurden bisher absolviert.

Einige mehr sollen in Oberösterreich dazukommen. Erste Teststrecken für Lufttaxis sollen kommendes Jahr in Linz evaluiert und eingerichtet werden, kündigte Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider an. Basis dafür sei die Errichtung eines 5G-Netzes, das ebenfalls 2020 starten soll.

Offen ist noch die Frage der Fluggenehmigungen. In China gelte für Lufttaxis eine Sondergenehmigung, sagten Felix Lee und Cora Tang von EHang. In Österreich seien mit Behörden noch Regularien zu treffen, so Haider. Dafür sei man in Abstimmung mit der Flugverkehrsbehörde Austro Control.

Linz soll zu einer Vorreiterregion für Lufttaxis werden, wenn es nach den Projekt-Involvierten geht. Ein Flug koste so viel wie eine Taxifahrt, heißt es. Ziel sei, dabei zu helfen, den Verkehr in und rund um Linz zu entlasten, bekräftigten der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) und sein Stellvertreter Markus Hein (FP).

Pro & Contra: Brauchen wir Lufttaxis?

FACC fertigt in Serie

Produziert werden die Lufttaxis im Innviertel. FACC baue derzeit eine erste Fertigungslinie auf, sagte Machtlinger. Bis Ende nächsten Jahres sollen 300 Stück ausgeliefert werden. Künftig sollen 1000 bis 1500 Lufttaxis jährlich das Innviertel verlassen. Das Potenzial sei „enorm“, sagte Machtlinger. Das Marktvolumen werde 2030 bei 30 Milliarden US-Dollar liegen.