Moskau will „neues Kapitel“ aufschlagen

Trotz haufenweiser Meinungsverschiedenheiten mühte man sich um eine verbesserte Stimmung. Es sei an der Zeit, ein „neues, verantwortungsvolleres und konstruktives Modell“ der gegenseitigen Wahrnehmung zu entwickeln, sagte Lawrow. „Wir sind dazu bereit“, betonte er. Auch Pompeo versicherte, US-Präsident Donald Trump wolle die Beziehungen zu Russland verbessern: „Deshalb bin ich heute hier. Wir müssen alles tun, um unsere Beziehungen zur Sicherheit unserer Länder zu verbessern.“

Tatsächlich hatten beide Delegationen eine Vielzahl ungelöster Probleme zu verhandeln. Vom Machtkampf in Venezuela, das Moskau wie Washington als ihr Einflussgebiet betrachten, über die Dauerkrisen in der Ukraine, Syrien und auf der koreanischen Halbinsel bis zur Abrüstungsdebatte zwischen den beiden Atommächten. Andere Streitpunkte, wie der Widerstand der Amerikaner gegen das russisch-deutsche Pipeline-Projekt Nordstream 2, hatten es erst gar nicht auf die offizielle Tagesordnung geschafft. Dass es den US-Diplomaten gelingen könnte, Russland zu überreden, den Iran ebenfalls unter Druck zu setzen, betrachten russische Experten als ziemlich unmöglich.