Sprit in Österreich um 7 Cent teurer

Er reagiert damit auf das Ansteigen der Rohöl-Notierungen, nachdem am Wochenende in Saudi-Arabien Ölanlagen zerstört worden sind. Die Welser Doppler-Gruppe hat die Preise an ihren Turmöl- und BP-Zapfsäulen um sieben Cent erhöht. „Das ist kein alltägliches Ereignis in Saudi-Arabien. Der Angriff hat einen Preisruck auf dem Rohölmarkt ausgelöst. Wir wissen aber noch nicht genau, wie der Markt reagieren wird“, sagte Doppler-Geschäftsführer Bernd Zierhut.

Rohöl hat sich am Montag kurzzeitig um bis zu 20 Prozent verteuert. „Die Anlagen werden nicht so schnell repariert werden können. Deshalb glauben wir, dass es zumindest einige Wochen ein höheres Preisniveau geben wird“, sagte Zierhut. Völlig offen sei auch, wie sich der Konflikt am Persischen Golf, die Auseinandersetzung zwischen USA und Iran, entwickeln werde. Wenn es zu keiner Verhärtung komme, könne sich der Rohölpreis rasch wieder normalisieren.

Börsen reagierten verunsichert

Am Handelsplatz London legte der Ölpreis am Vormittag um fast neun Prozent zu – auch die Benzinpreise könnten mit einer Verzögerung steigen. Die Börsen in Europa reagierten verunsichert. In den USA gab Präsident Donald Trump Öl aus den Reserven frei, um den Preis zu stabilisieren.

Der Preis für ein Barrel (179 Liter) der Nordseesorte Brent sprang bei Handelsbeginn in London um zwölf Dollar (10,82 Euro). Das war ein Plus von fast 20 Prozent. Am Vormittag lag der Preis knapp neun Prozent über dem vom Freitag bei 65,41 Dollar.

Auch der Preis für die US-Sorte WTI stieg um mehr als acht Dollar, das waren 15 Prozent mehr als am Freitag. Am Vormittag lag der Preis für ein Barrel WTI in New York rund acht Prozent im Plus bei 59,24 Dollar.

Huthi-Milizen bekannten sich zu Angriff

Am Samstag waren zwei Öl-Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais im Osten des Landes angegriffen worden. Zu den Attacken bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen. Die USA machten den Iran verantwortlich. Die Angriffe führten zu einem Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien um die Hälfte. Das seien rund fünf Prozent der weltweiten Produktion, erklärte Craig Erlam vom Handelshaus Oanda.

Der schwarze Rauch über Abakik war sogar auf Satellitenfotos zu sehen.

Bild: Reuters

Trump will Ölreserven anzapfen

Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, er habe erlaubt, bei Bedarf auf die strategische Reserve zurückzugreifen. In welchem Umfang dies geschehen soll, müsse noch festgelegt werden. Zur Begründung schrieb Trump, der Angriff wirke sich möglicherweise auf die Ölpreise aus.

Der Energiedienst Energy Intelligence zitierte am Montag Branchenkreise, wonach der saudi-arabische Ölkonzern Aramco „nah dran“ sei, bis zu 40 Prozent der Förderung, die seit Samstag zusammengebrochen war, zu ersetzen. Es werde aber Wochen dauern, die zerstörten Anlagen zu reparieren, berichtete das „Wall Street Journal“.

Saudi-Arabien fördert 9,9 Millionen Barrel am Tag, fast zehn Prozent der weltweiten Förderung. Sieben Millionen Barrel gehen in den Export. Die Reservekapazität beträgt zwei Millionen Barrel. Die Internationale Energieagentur (IEA) in Wien erklärte, aktuell seien die Märkte „gut versorgt“, es gebe viele Reserven.

Experten erwarten Risikoaufschlag

In Frankreich warnte der Mineralölverband dennoch, die Preise an der Zapfsäule würden steigen. Verbandspräsident Francis Duseux sagte der Nachrichtenagentur AFP, er rechne mit einem Anstieg „um die fünf Cent“ pro Liter.

Der Ölexperte Hannes Loacker von Raiffeisen Capital Management (RCM) erwartet Auswirkungen für Autofahrer in Österreich erst „innerhalb von wenigen Tagen“. Die Schwankungen dürften aber nur in einer Übergangszeit wirksam sein. Aufgrund der fixen Mineralölsteuer schlage der Ölpreis nur etwa zur Hälfte auf den Benzinpreis durch. Auch der Fachverband der Mineralölwirtschaft verweist darauf, dass es heute viel zu kurzfristig sei, um Effekte beim Benzinpreis festzustellen.

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