Verkehrsbüro Group investiert kräftig in Hotels

In Renovierung sind beispielsweise das Wiener Parkhotel Schönbrunn und das Hotel Astoria. „Wir wollen zwei bis drei Hotels im Jahr abarbeiten“, so Vorstandssprecher Martin Winkler. In der Bundeshauptstadt will Österreichs größter Tourismuskonzern zudem ein neues Vier-Sterne-Hotel mit 200 Zimmern, das Vienna Twentytwo, im 22. Bezirk in Pacht nehmen. Ende 2021, Anfang 2022 ist Eröffnung.

Auch ansonsten steuert das Unternehmen auf Expansionskurs und will weitere Standorte akquirieren. „Wir wollen kleine Hotelprojekte dazunehmen – da ist der Fokus auf dem deutschen Markt“, sagte Winkler am Mittwoch vor Journalisten in Wien.

Linz bekommt Motel One Hotel

An der Motel One Austria, dem heimischen Ableger der Münchner Budget-Hotelgruppe ist das Verkehrsbüro zu 49 Prozent beteiligt. Zu den hierzulande bestehenden sechs Häusern in Wien und Salzburg sollen bis Ende 2021 drei weitere hinzukommen – heuer im Sommer in Linz sowie in weiterer Folge in Innsbruck und in Graz.

Group profitiert von Flugchaos und neuem Gesetz

Das abgelaufene Reisejahr 2018 war für die Branche generell vom internationalen Flugchaos und vom neuen Pauschalreisegesetz geprägt – zwei Faktoren, von denen die Verkehrsbüro Group als großer Reiseveranstalter (auch von Geschäftsreisen) letztlich profitierte. Denn die Nachfrage der Kunden nach Beratung und der Wunsch nach Sicherheit der Buchungen waren intensiv. „Das ist der Job unserer Reiseberaterinnen und Reiseberater – vor allem im Bereich der Flüge war das vergangene Jahr herausfordernd“, so der Verkehrsbüro-Chef. „Wir sehen das als Chance, unsere Kompetenz hier zu zeigen.“ Geschäftsreisen könnten komplett über das Handy des Kunden abgewickelt werden, auch allenfalls notwendige Umbuchungen, strich Winkler Vorzüge der Digitalisierung hervor.

Für das heurige Reisejahr sei das Verkehrsbüro mit der gesamten Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Austrian Airlines gehören, im Austausch und habe „mit Kapazitäten vorgesorgt, damit die heurige Saison besser laufen kann“.

Umsatzplus: Milliarde geknackt

Alles in allem erzielte der Tourismuskonzern 2018 in den Geschäftsbereichen Freizeitreisen, Geschäftsreisen, Hotels und Events ein Umsatzplus gegenüber dem Jahr davor von 19 Prozent auf 615,1 Millionen Euro. „Nach alter Bilanzierung haben wir die Umsatzmilliarde mit 1,023 Milliarde Euro geknackt“, erklärte Winkler. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es jedoch zur erstmaligen Anwendung der internationalen Rechnungslegungsgrundsätze IFRS (International Financial Reporting Standards). Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich demnach um 11,7 Prozent auf 19,5 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 11,9 Prozent auf 22,6 Mio. Euro, der Konzerngewinn nach Steuern stieg um 18,4 Prozent auf 18 Millionen Euro. Im 101. Jahr seines Bestehens beschäftigte das Verkehrsbüro 2.910 Mitarbeiter – ein Zuwachs von 5,7 Prozent gegenüber dem Jahr davor.