Versicherer erwägen Lagerung von Kundengeld in Tresoren

Angesichts der niedrigen Zinsen wird die Kapitalanlage immer schwieriger, sagt der Chefvolkswirt der Deutschen Versicherungswirtschaft.

13.16 Uhr, 11. August 2019

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Versicherungsgesellschaften in Deutschland erwägen, angesichts der niedrigen Zinsen das Geld der Kunden in ihren Tresoren zu bunkern. „Je niedriger die Zinsen sind, desto attraktiver wird es, Geld in Tresoren zu lagern“, sagt der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Klaus Wiener.

„Einige Versicherer schauen sich das derzeit sehr genau an“, berichtet Wiener. „Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen.“

Die Versicherer gehören zu den größten Anlegern am Kapitalmarkt. Angesichts der niedrigen Zinsen wird die Kapitalanlage immer schwieriger. Für überschüssige Liquidität, die Banken bei der Europäischen Zentralbank parken, verlangt die Notenbank Strafzinsen. Entsprechend müssen auch Anleger für hohe Summe bei kürzeren Laufzeiten bei ihrer Bank draufzahlen. Bundesanleihen haben ebenfalls negative Renditen, als Folge der hohen Nachfrage nach diesen Wertpapieren. „Kaum ein deutscher Versicherer kauft mehr Bundesanleihen“, sagt Wiener.